Thema Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse – Beratung und Hilfe bei Antrag, Ablehnung oder Prüfung

 

Die Künstlersozialkasse bietet ihren Versicherten praktisch nur Vorteile! Denn tatsächlich sucht diese sozial- und kulturpolitische Errungenschaft international ihresgleichen, denn sie ist in ihrer Form weltweit wirklich einzigartig. Künstlerisch oder publizistisch tätige Selbständige kommen daher in Deutschland in einen besonderen Genuss: Die KSK ermöglicht freiberuflichen Künstlern das Ausbreiten eines bezahlbaren sozialen Netzes, das Halt und Schutz bietet, wenn es drauf ankommt. Es bietet eine Krankenversicherung, die auch für Selbständige Pflicht ist. Sie beinhaltet eine Pflegeversicherung. Und die Künstlersozialversicherung bietet sogar noch eine Altersvorsorge in Form der Rentenversicherung. Das alles ist so besonders und überaus fair, weil die Höhe des Monatsbeitrages nicht nur abhängig vom selbst zu schätzenden Einkommen des Folgejahres ist, sondern die Hälfte des Gesamtbeitrages sogar noch von der Künstlersozialkasse getragen wird.


Doch wie kommt man in die KSK? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in der Künstlersozialkasse versichert und KSK-Mitglied zu werden? Wie füllt man den KSK-Antrag richtig aus? Wie muss man vorgehen, wenn der Mitgliedsantrag abgelehnt wurde? Was tun, wenn man als Versicherter einer KSK-Prüfung unterzogen wird? Diese und zahlreiche weitere Fragen zur Künstlersozialkasse möchten wir auf unseren Webseiten beantworten. Ob es um die Ablehnung eines KSK-Antrages oder eine anstehende KSK-Prüfung Ihres tatsächlichen Arbeitseinkommens als KSK-Versicherter geht – all diese Themen sind unser Fachgebiet, auf dem wir seit mehr als zehn Jahren erfolgreich Hilfe leisten. Egal wie schwierig Ihnen das Problem im Hinblick auf die Künstlersozialkasse erscheint, wir von Freie Wildbahn e.V. leisten Ihnen erste Hilfe im Notfall.




Soziale Absicherung durch die Künstlersozialkasse

Das Künstlersozialversicherungsgesetz (kurz KSVG) wurde 1983 geschaffen, um selbstständige Künstler, Autoren, Journalisten und Medienschaffende vor Altersarmut zu bewahren. Hierbei folgt die Künstlersozialkasse dem gleichen Prinzip, wie bei der Absicherung eines herkömmlichen Arbeitnehmers. Dieser zahlt monatlich eine Hälfte der jeweils fälligen Versicherungsbeiträge als prozentualen Anteil auf seinen Lohn für seine Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung in die Kassen des jeweiligen Trägers ein. Bei der KSK ist das ähnlich: Hier zahlt der Künstler seinen Anteil von 50% selbst ein. Die zweite Hälfte wird über die Künstlersozialversicherung finanziert. 20% der Mittel hierzu kommen aus einem Zuschusstopf des Bundes. Die restlichen 30% stammen aus den Zahlungen der Unternehmen, die künstlerische Werke verwerten und deshalb Künstlersozialabgabe an die KSK abführen.


Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse (KSK) hat zwei Aufgaben im Fokus

1. Zuerst stellt die KSK fest, ob und wer zum versicherungspflichtigen Personenkreis zählt. Werden die Voraussetzungen, die gesetzlich geregelt sind, erfüllt, dann erlässt die Künstlersozialkasse einen entsprechenden Bescheid über Beginn, Umfang und ggf. auch Ablauf/Ende der Versicherungspflicht.

2. Danach ist die Künstlersozialkasse für die Erhebung der jeweils fälligen Beitragsanteile der Versicherten zuständig. Diese errechnen sich aus dem zuvor angegebenen erwarteten Jahreseinkommen des Künstlers. Verglichen mit einem Angestellten wäre das dann der sogenannte Arbeitnehmeranteil. Die Künstlersozialkasse fungiert jetzt als eine Art virtueller Arbeitgeber und trägt sozusagen den Arbeitgeberanteil der Versicherungen und packt diesen obendrauf. Dann führt die KSK führt alles zusammen über die Krankenkasse des Versicherten an die entsprechenden Sozialversicherungsträger ab.

So zahlt man als KSK-Mitglied (obwohl man selbständig ist) wie ein Angestellter in die gesetzliche Rentenversicherung für seine eigene Rente ein und bekommt nochmal den gleichen Betrag von der Künstlersozialkasse dazu!



Der Arbeitgeberanteil der KSK wird aus der Künstlersozialabgabe sowie einem Bundeszuschuss finanziert.

Allerdings ist dabei wichtig und auf jeden Fall zu beachten, dass die Sozialkasse für Künstler nicht zuständig für die Leistungsdurchführung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ist. Vielmehr obliegt ihr die Meldung der versicherten Künstler, Autoren, Publizisten oder Medienschaffenden bei den jeweiligen Kranken- und Pflegekassen (z.B. der Allgemeinen Ortskrankenkasse, den Ersatzkassen oder den Betriebs- und Innungskrankenkassen). Außerdem werden die versicherten Personen auch bei der allgemeinen Rentenversicherung gemeldet, und die entsprechenden Beiträge werden entsprechend weitergeleitet.

Das bedeutet letztlich, dass die Leistungen aus dem jeweiligen Versicherungsverhältnis, wie Rente, Kranken- oder Pflegegeld etc., ausschließlich durch die Träger der Rentenversicherung und durch die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen erbracht werden. Somit sind auch Anträge, zum Beispiel auf Altersrente oder für Reha-Maßnahmen, direkt an die allgemeine Rentenversicherung zu richten.

Hier werden dann die klärenden Fragen zu den Voraussetzungen und zur Abrechnung von Renten, zu eventuell bereits vorhandenen Rentenansprüchen, zu Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit etc. gestellt oder abgestimmt. Mehr Informationen bzgl. der allgemeinen Rentenversicherung und deren Leistungen gibt es in lokalen Auskunftszentren oder Beratungsstellen. 

Bei Fragen zur Krankenversicherung, wie zum Beispiel dem Leistungsumfang, der Beitragssätze, Mutterschutzleistungen usw., sind die selbst gewählten gesetzlichen Krankenversicherungen der richtige Ansprechpartner. Oder ganz praktisch gesprochen: Wenn Sie neu als Mitglied in die Künstlersozialkasse aufgenommen wurden, behalten Sie Ihre Krankenkassenkarte wie gewohnt. Ihre Krankenkasse bleibt Ansprechpartner und Leistungsträger für Ihre Krankenversicherung. Außerdem hilft Ihnen auch der Verein Freie Wildbahn e.V. bei einzelnen Fragen.


Was ist bezüglich der Künstlersozialkasse noch zu beachten?

Für Künstler, Autoren, Journalisten oder Medienschaffende sieht das Gesetz auch vor, dass diese sich von der Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungspflicht über die Künstlersozialkasse (KSK) befreien können. Diese Befreiung ist unter Umständen interessant für Berufsanfänger oder für Höherverdienende.


KünstlersozialkasseZuerst rechnen, dann für oder gegen die Künstlersozialkasse entscheiden

Doch hierbei sollte man mit sehr spitzem Bleistift nachrechnen, und sich ausgiebig mit den Unterschieden zwischen einer privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung im Detail vertraut zu machen. Die Unterschiede sind teilweise groß und gerade mit steigendem Alter überwiegen die Nachteile einer privaten Absicherung, denn die Beiträge steigen hier mit zunehmendem Alter erheblich, und Leistungen werden gestrichen. 

Ein wichtiger und grundsätzlicher Unterschied hierbei ist, dass sich die Beiträge an die Künstlersozialkasse prozentual am jeweiligen Einkommen bemessen.

Somit passen sich diese automatisch an die aktuelle Einkommenssituation an. Bei einer privaten Absicherung sind die Beiträge fest, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. 

Auch im Hinblick auf Familienmitglieder gibt es Unterschiede. So ist zum Beispiel bei einer privaten Krankenversicherung für einzelne Familienmitglieder jeweils eine zusätzliche Prämie fällig. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung sind alle Familienangehörigen im jeweiligen Tarif mit enthalten — wenn sie nicht selbst unter die Versicherungspflicht fallen. Und wenn im Alter die selbstständige Tätigkeit aufgegeben wird, dann entfällt der Beitragsanteil der Sozialkasse für Künstler zur privat abgeschlossenen Krankenversicherung. Das ist wichtig, denn in diesem Fall gewährt der Rentenversicherungsträger im Falle der Rentengewährung noch einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, doch dieser orientiert sich in jedem Fall am Zahlbetrag der Rente. Das bedeutet, dass der Zuschuss bei einer geringen Rente auch im gleichen Maße geringer ausfällt.

In jedem Fall gilt es genau zu überlegen, für welchen Weg man sich entscheidet. Gerne helfen wir Ihnen als Freie Wildbahn e.V. bei der Entscheidungsfindung mit weiteren Informationen und Ratschlägen.


Sichert die Künstlersozialkasse auch den Krankheitsfall ab?

Ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit hat ein selbstständiger Künstler, Autor, Journalist oder Medienschaffender, der durch das KSVG (siehe oben) in der Künstlersozialkasse pflichtversichert ist, einen Anspruch auf Krankengeldzahlung. Doch in manchen Fällen ist der Zahlungsausfall in den ersten 6 Wochen für Selbstständige kaum zu kompensieren. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, um bei einer akuten Arbeitsunfähigkeit einen früheren Beginn der Zahlung des Krankengeldes zu veranlassen. 

Gerne geben Krankenkassen hierzu Auskunft, da die Auszahlung des Krankengeldes nicht über die Künstlersozialkasse erfolgt. Aber auch hier gibt es Preisunterschiede von einigen Hundert Euro pro Jahr, vor allem für das vorgezogene Krankentagegeld ab dem 15. Tag speziell für Versicherte der Künstlersozialkasse. Freie Wildbahn e.V. berät Sie gerne!


Wo ist der Haken?

Offen gesprochen: Es gibt keinen Haken! Für wenig verdienende künstlerisch oder publizistisch tätige Freiberufler gibt es tatsächlich keine günstigere Möglichkeit, sich krankenzuversichern. Das gilt insbesondere für Geringverdiener, die natürlich gerade unter den Berufsanfängern und Existenzgründern sehr häufig vertreten sind, da diese sich Ihre Kunden und Aufträge oft erst erschließen müssen. Genau das ist eben aber auch das "Soziale" an der Künstlersozialkasse – die Unterstützung der finanziell schlechter gestellten Versicherten. Wenn man jetzt unbedingt ein Haar in der Suppe finden möchte, kann man anmerken, dass das ein Stück weit zu Lasten der Besserverdiener in der KSK geht. Das heißt, wer gut verdient zahlt auch einen entsprechend höheren KSK-Beitrag. Aber das ist bei Festangestellten letztlich genauso und demnach eigentlich kein Nachteil. Und auch hier gibt es eine sogenannte Beitragsbemessungsgrenze für das jährliche Einkommen, ab der sich der monatlich an die Künstlersozialkasse zu zahlende Beitrag nicht mehr erhöht. Wer das jetzt doch noch etwas genauer wissen möchte, kann im hier direkt im KSK-Rechner seine Beitragshöhe berechnen lassen.


Einfach bei der Künstlersozialkasse anmelden — so geht es

Sofern die Künstlersozialkasse noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist, können Sie sich auch selbst direkt über die Website www.kuenstlersozialkasse.de anmelden. Jedoch passiert es nicht selten, dass versehentlich unrichtig gemachte Angaben im Antrag oder unwissentlich nachteilig gewählte Formulierungen in den Rechnungen des Künstlers zu Problemen führen und mit einer Ablehnung durch die KSK enden. Lassen Sie sich deshalb gerne durch uns helfen, Fehler bei der Antragstellung zur Aufnahme in die Künstlersozialkasse zu vermeiden.


 

Künstlersozialkasse

Wer muss Künstlersozialabgabe leisten?

Bleibt zum Schluss noch zu klären, wer konkret bei der Künstlersozialkasse beitrags- bzw. abgabepflichtig ist. Zum einen sind es die auftraggebenden Unternehmen, die künstlerische Leistungen verwerten oder künstlerische Dienstleistungen einkaufen.

Das sind konkret: Unternehmen deren Unternehmenszweck sich an der Organisation oder den Vertrieb / Absatz künstlerischer oder publizistischer Leistungen ausrichtet.

 

Zur Orientierung folgt hier eine Aufzählung von entsprechenden Unternehmen, auch wenn diese gegebenenfalls nur teilweise in den Branchen tätig sind:

  • Verlage (z.B. Buch- und Presseverlage)
  • PR-Agentur
  • Bilderdienste
  • Theater, Orchester, Chöre
  • Gastspieldirektionen für Theater und Konzerte
  • Veranstalter von Tourneen
  • Künstleragenturen und –manager
  • Fernsehsender und TV-Produktionsgesellschaften
  • Rundfunk
  • Hersteller von Bild- und Tonträgern (z.B. Hörbücher etc.)
  • ausführende Werbeagenturen bzw. Öffentlichkeitsarbeit für Kundenprojekte
  • Museen, Ausstellungen, Galerien etc.
  • Varietés und Zirkusunternehmen
  • Einrichtungen für die künstlerische Aus- und Fortbildung

Diese Aufzählung ist nur eine Übersicht, denn es sind zum Beispiel auch Unternehmen von der Abgabepflicht betroffen, die regelmäßig für publizistische oder künstlerische Leistungen bezahlen. Eine Abgabepflicht besteht auch für Unternehmen, die regelmäßig Leistungen von freischaffenden Künstlern oder Publizisten mit dem Zweck nutzen, um über diese Nutzung Einnahmen zu erzielen.

Im Zweifelsfall sollten sich Personen, Unternehmen, Vereinigungen, Vereine, die sich in der Aufzählung wiederfinden, entweder ganz oder teilweise, zur Klärung direkt an die Künstlersozialkasse wenden. Gerne ist man dort bereit, für Sie Klarheit zu schaffen.


Fazit zur Künstlersozialkasse

Mit der hier vorgestellten Form der Absicherung hat der Gesetzgeber eine sinnvolle, wichtige und richtige Lösung geschaffen. Freiberufliche Kreative verfügen selten über ein geregeltes und häufig auch nicht über ein auskömmliches Einkommen. Um dieser Gruppe von Selbstständigen eine Absicherung im Krankheitsfall und im Alter zu geben, ist die Künstlersozialversicherung erste Wahl und vollständig von Vorteil für den Versicherten.



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